Frauen, Allergien und Unverträglichkeiten

Frauen, Allergien und Unverträglichkeiten

Ich habe vor kurzem einen Artikel gelesen zu dem Thema Frauen und Allergien/ Unverträglichkeiten, weshalb ich mir gleich gedacht habe, dass das der perfekte Nachtrag zum Weltfrauentag ist. Schließlich können diese Themen nicht nur an einem Tag im Jahr beredet werden. Dieser besagte Artikel ist ein Review. Das bedeutet, er versucht den neuesten Stand der Forschung so gut wie möglich zusammenzufassen. Die beiden in Wien arbeitenden Forscherinnen beschäftigen sich hierbei mit dem Thema, ob das Geschlecht die Häufigkeit von Allergien und Unverträglichkeiten beeinflusst. Ich möchte hier natürlich ein besonderes Augenmerk auf das Thema Fruktose werfen, aber auch Histamin- und Lactoseintoleranz, sowie Allergien werden angesprochen ;). 

1. Frauen dominieren die Allergien

Man sagt, Zahlen lügen nicht. Was dieser Artikel aufzeigt, ist, dass Frauen häufiger unter Allergien leiden als Männer. Allerdings scheint dies altersabhängig zu sein. So sieht man, dass bei Kindern vor dem 15. Lebensjahr, Jungs häufiger von allergischen Reaktionen wie Hautreaktionen, Asthma und Nahrungsmittelallergien betroffen sind. Ab dem jungen Erwachsenenalter übernehmen Frauen die Führung. So zeigte eine Studie, dass 24% der weiblichen Teilnehmern von Nahrungsmittel induzierten Allergien berichten, während “nur” 14% der Männer davon betroffen scheinen.

Eine in Koyoto durchgeführte Studie untersuchte Frauen in unterschiedlichen Altersgruppen im Bezug auf Nahrungsmittelallergien. Hier zeigte sich, dass die “weibliche Dominanz” sowohl in der Altersgruppe 18-24 jähriger, wie auch über 50 jähriger Frauen.

Vermutlich hängt dies, zumindest teilweise, mit den Sexualhormonen zusammen. So produzieren Frauen zum Teil mehr Antikörper bei Entzündungen oder Impfungen. Östrogene sind außerdem für ihre Stärkung des nicht-zellulären Immunsystems bekannt. Eine Überschießende Reaktion unseres Immunsystems kann sowohl zu Allergien, als auch anderen Beschwerden, wie Autoimmunerkrankungen führen. Dennoch steht hier die Forschung noch relativ am Anfang.

Frau mit Küchenutensilien_Ancora Arte

2. Frauen sind intoleranter...

… zumindest was Fruktose angeht. Fruktoseunverträglichkeit basiert auf einen Transportermangel. Wenn du mehr zur Ursache wissen möchtest, habe ich vor kurzem einen Blogpost zum Hintergrund der Fruktoseintoleranz geschrieben. Kurz zusammengefasst: Wenn nicht genügend Transporter vorliegen, gelangt Fruktose in den Dickdarm, wo Bakterien sie versuchen zu verdauen. Dadurch entstehen Gase, die die Beschwerden verursachen. Außerdem ist Fruktose osmotisch wirksam. Das bedeutet, dass sie Wasser anzieht, was häufig zu Durchfällen oder Wechselstühlen (damit meint mal eine Abwechslung zwischen Durchfall und Verstopfung) führt. Spannenderweise kann eine Fruktoseintoleranz auch die Tryptophan- und Serotonin Produktion beeinflussen. Hierbei handelt es sich um Stoffe, die wir brauchen um unsere Glückshormone zu produzieren. Das ist der Grund weshalb Fruktosemalabsorption auch mit Depressionen und Verstimmungen im Zusammenhang steht.

Wieso Frauen vorrangig von einer Fruktoseunverträglichkeit betroffen sind, ist bis dato noch unklar. Aber auch hier werden hormonelle Ursachen diskutiert.

3. Frauen und Histamin

Den größten Unterschied bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten macht das Geschlecht bei Histaminintoleranz aus. So ist zwar nur ungefähr 1% der Bevölkerung betroffen, doch von diesen 1% sind 80% weiblich. Puh, das war jetzt mathematisch, aber vielleicht hilft die Graphik ein wenig.

Geschlechtsverteilung Histaminintoleranz

Histaminintoleranz entsteht durch den Mangel eines Enzyms (Diaminoxidase). Zu den typischen Symptomen zählen Migräne, Flush (Hitzewallung mit Hautrötung), Juckreiz, rinnende Nase und natürlich Magen-Darm Beschwerden. Auch hier ist es wichtig die Lebensmittel zu vermeiden, die viel Histamin oder sogenannte biogene Amine enthalten. Beispiele wären Schokolade, Weißwein oder bestimmte Milchprodukte.

4. Lactose ist anders

Wenn man das so liest, wäre es eine logische Schlussfolgerung, dass auch die Lactoseintoleranz häufiger ist bei Frauen. Doch spannenderweise ist das nicht unbedingt so. Es gibt auch Studien, die darauf hindeuten, dass es sich eher um eine 50%-50% Verteilung der Geschlechter handelt. Interessant, nicht? Wieso das so ist, bleibt weiterhin unklar.

5. Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass Frauen insgesamt häufiger betroffen sind von Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Eine Ausnahme bildet dabei die Lactoseintoleranz. Wieso das so ist, ist noch unklar. Wir brauchen da noch viele motivierte ForscherInnen, die sich näher mit diesem Thema beschäftigen wollen ;).

Mir sind hochwertige Informationen sehr wichtig. Deshalb versuche ich zu “zitieren”, indem ich weiterführende Seiten mit mehr Informationsgehalt verlinke. Die Information in diesem Post habe ich von diesem Artikel entnommen.

Ancora Arte- Profilbild

Rebeka

… studiert Medizin und ist geborene Ungarin: „Wenn man mich nicht zuhause beim Lernen findet, bin ich wahrscheinlich im Caféhaus in einem Gespräch verwickelt oder im Museum. Meine Seele baumeln lassen kann ich am besten bei semispontanen Reisen oder beim Surfen. Am liebsten esse ich Süßspeisen.“